Bilanz des Bürgervereins Horn-Lehe e.V.

 

 

Städteplanerisches Gesamtkonzept

In einem Brief vom Februar 2001 an die damalige Bausenatorin und den für den Bremer Osten zu­ständigen Stadtplaner wurde erstmals die Forderung nach einem Gesamtkonzept für Horn-Lehe aufgestellt. Nach einer massiven Kritik an den Vorgängen um das „Horner Tor“ hieß es darin u.a.:

„Darüber hinaus erhofft sich die Horner Bevölkerung von Ihnen die Vorlage einer mittelfristi­gen Gesamt­planung für den Ortsteil. Man will nicht weiter hinnehmen, daß bei den sich ab­zeichnenden Veränderun­gen von Eigen­tums- und Nutzungsverhältnissen tagesaktuelle und auf den Einzelfall gerichtete Flickschu­sterei betrieben wird und die Folgen für die Gesamt­struktur völlig ignoriert werden.
Es wäre sicher auch sinnvoll, wenn in Zukunft der Eindruck vermieden würde, daß die ökono­mischen Interessen einzelner Investoren über die Interessen der Allgemeinheit gestellt wür­den.“

Damit und nach Gesprächen mit den einzelnen Beirats-Fraktionen wurde der Bürgerverein Horn-Lehe zum Initiator des Stadtteil-Gutachtens vom Sommer 2002.

Im Zusammenhang mit der Stadtteilgestaltung wurde in Horn-Lehe im Herbst 2001 das „On­line­forum Horn-Lehe“ als Pilotprojekt der EU durch­geführt. Mitglieder des Bürgervereins waren als Moderatoren beteiligt.

 

Horner Bad

 

Der Bürgerverein unterstützte die initiative zur Rettung des Horner Bades von Anfang an logistisch, führte eine Unterschriftenaktion unter seinen Mitgliedern durch und stellte mit Reinhard Jarré bis zum Abschluß der Sanierungsplanung den 1. Vorsitzenden des Fördervereins Horner Bad.

 

Bezirkssportanlage Curiestraße

Die in Zusammenhang mit dem Horner Bad wieder in die Diskussion gekommene Bebauung des Bezirkssportanlagen-Geländes hat auf Initiative des Bürgervereins zu einer beispielhaften Kooperation geführt: Staatliche Stellen (Jugendamt), gemeinnützige Vereine (Bürgerverein, TV Eiche Horn) und private Investoren arbeiten an einem Konzept, das die nie realisierte, seit 40 Jahren brachliegende Bezirkssportanlage endlich ihrem Zweck zuführen und dem Stadtteil ein Zentrum für Generationen übergreifende sportorientierte Freizeitgestaltung schaffen soll.

 

Rhododendronpark und Botanika

 

Bereits im Herbst 2003 zeichnete sich ab, daß die Botanika keines der angestrebten Ziele erreichen würde. Der Rhododendronpark begann bereits, unter der Geldknappheit der Botanika zu leiden. Als der Bürgerverein konzeptionelle und marketingtechnische Fehler darstellte und warnend die Öffentlichkeit informierte, erntete er massive Kritik. Der Stadtteilbeirat, dem dieselben Informationsquellen offen standen wie dem Bürgerverein, beschimpfte den Verein in seiner öffentlichen Sitzung im Januar 2004 als Nestbeschmutzer und blieb untätig.

Der Bürgerverein entwickelte daraufhin zusammen mit dem Verein der Freunde des Rhododendron­parks Rettungspläne und trug sie dem Umweltsenator vor.

Ende 2004 gestand auch der Senat das Scheitern des Projektes in seiner ursprünglichen Form ein. Der Rückzug der bisherigen Geschäftsleitung sprach Bände. Nach einjähriger Abstinenz befaßte sich der Stadtteilbeirat im Januar 2005 endlich wieder mit dem Thema.

Senat und Bürgerschaft entwickelten daraufhin den Plan, die desolate Finanzsituation mit Erhebung von Eintrittsgeld für den Rhododendronpark per 1. April 2006 zu verbessern – angeblich zur Pflege des Parks, zu offenkundig aber zur Defizitminimierung bei der Botanika.
In der Bevölkerung erhob sich ein Proteststurm, der in der Presse breite Unterstützung fand. Der Bürgerverein kanalisierte den Protest und führte Gespräche mit dem neuen zuständigen Senator.
Am Tag vor dem geplanten Inkrafttreten der Eintrittspreisregelung wurde der Beschluß für zunächst ein Jahr außer Kraft gesetzt – aus dem vorgesehenen Protestmarsch wurde eine Freuden-Demo.

Der Bürgerverein wird weiterhin daran mitarbeiten, substantiellen Schaden vom Rhododen­dronpark abzuwenden und die Botanika auf eine für den Park unschädliche Basis zu stellen.

 

Mühlensanierung

 

Nach einem Sturmschaden im Jahre 1995 wurde bei einer genauen Unter­suchung festge­stellt, daß die Horner Mühle eine grundlegende Sanierung benötigte. Auf Betreiben des Bürgervereins wurde speziell dafür der „Förderverein zur Erhaltung der Horner Mühle“ gegründet.

Mit Hilfe von Spenden aus allen Teilen der Bevölkerung wurde die Sanie­rung 1999 abge­schlossen – pünktlich zum 150. Geburtstag der Mühle. Damit hatte der Förderverein seine Aufgabe erfüllt. Er wurde aufgelöst, die Belange der Mühle gingen an den Bürgerverein zurück

 

Mühlenfeste

 

1999 nach dem Ende der umfangreichen Restaurierung erstmalig durch­geführt, ent­wickeln sie sich zur Tradition. Sie finden alle zwei Jahre statt (mehr ist organisatorisch ehrenamtlich nicht zu leisten) – das nächste im September 2009.

In enger Kooperation mit der Werbegemeinschaft Horn präsentieren sich – ohne ökonomi­sche Interessen – mit Informationen und Attraktionen Horn-Leher Handel und Gewerbe, Organisa­tionen und Institutionen als Mitglieder des Stadtteils.

Durchschnittliche Besucherzahl an einem Septembernachmittag: 7.000

 

Aktion Grünes Horn

 

In Zusammenarbeit mit der Werbegemeinschaft Horn hat der Bürgerverein im Frühjahr 2002 damit begonnen, das Straßenbegleitgrün entlang des Heerstraßenzuges zwischen Marcus­allee und Leher Kreisel optisch ansprechender zu gestalten. Bisher wurden in der Horner und der Le­her Heerstraße 78 Rhododendren angepflanzt.

im Frühjahr 2005 wurden am Leher Kreisel 80 Rhododendren gepflanzt, im Frühjahr 2006 am Beginn der Marcusallee 22 Pflanzen.

Die Weiterführung der Aktion hängt von den zur Verfügung stehenden Geldmitteln ab.

 

Internetseite

 

Im Januar 2002 ging der Bürgerverein Horn-Lehe nach viermonatiger Vorbe­reitungs­zeit als erster bremischer Bürgerverein ins Netz. Die Besonderheit: der Internetauftritt wurde ehrenamtlich und kostenlos von Vereinsmitgliedern erarbeitet.

Auf zunächst 85 Seiten wurden neben Vereinsnachrichten vor allem aktu­elle Mitteilungen aus dem Stadtteilgeschehen veröffentlicht. Daneben gibt es Mitteilungen aus Ortsamt und Beirat, über stadtteilbezogene Projekte des Bürgervereins, erstmalig einen Horn-Leher Veranstaltungs­kalender, ein umfangreiches Bildarchiv aus dem alten Horn-Lehe, historische Abrisse zu Horn, seiner Kirche, seiner Mühle.

Inzwischen ist der Umfang auf ca. 180 häufig wechselnde Seiten angewachsen. Bis zum Frühjahr 2006 wurden 10.000 Zugriffe gezählt.

 

Reisen

 

Traditionell gehört ein anspruchsvolles Reiseangebot für seine Mitglieder zum Programm des Bürgervereins. Tagesfahrten in die nähere Umgebung, Mehrtages­fahrten und Urlaubsreisen in europäische Nachbar­länder werden kostengünstig arrangiert.

 

Kooperation mit
Stadtteil-Organisa­tionen

 

Ohne Partner aus dem Stadtteil kann der Bürgerverein nur schwer etwas bewegen. Er kooperiert des­halb hauptsächlich mit der Werbegemeinschaft Horn, dem TV Eiche Horn, dem Ortsamt. Der Stadt­teil-Beirat unterstützt den Bürgerverein finanziell bei geeigneten Pro­jekten.

Daneben begleitet der Bürgerverein die Installation der Bürgerstiftung Bremen.